Schlafstörungen

Wer kennt das nicht - man liegt im Bett und anstatt süß und selig in das Reich der Träume hinüber zu schlummern, grübelt man über den Tag oder sein Leben im allgemeinen nach und findet einfach keine Ruhe. Irgendwann ist man dann selbst zum Schlafen zu erschöpft. Wenn dies ein paar mal im Jahr geschieht, dann ist dies zwar am nächsten Morgen unangenehm, gehört aber zu den normalen Schwankungen unserer Befindlichkeit. Doch wenn die Schlaflosigkeit Nacht für Nacht auftritt, dann wird dies zu einem ernsthaften Problem. Nicht nur daß man sich einfach müde und zerschlagen fühlt - es läßt auch nachweislich die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit nach. Das Fehler- und Unfallrisiko nimmt erheblich zu. So kann schon eine durchwachte Nacht die Reflexe genauso beeinträchtigen wie 0,8 Promille Alkohol. Unser Organismus ist einfach keine Maschine, sondern braucht regelmäßige Erholungsphasen.

 

 

Die spannende Frage ist - wie viel Schlaf braucht ein Mensch überhaupt? Ca. 50 % der schlafgesunden Personen brauchen druchschnittlich 7-8 Stunden. Es gibt aber auch Kurzschläfer, die schon nach 4-5 Stunden erholt und frisch sind, während die sogenannten Langschläfer 9-10 Stunden brauchen, um diesen Zustand zu erreichen. Ausschlaggebend ist in der Tat also nicht die Anzahl der Stunden, die man schläft, sondern wie man sich am nächsten Morgen fühlt, wie also die geistige bzw. körperliche Leistungsfähigkeit am nächsten Tag ist.


Aus diagnostischer Sicht liegt eine Schlafstörung dann vor, wenn die Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen bzw. einer mangelnden Schlafqualität mindestens 3 mal in der Woche und das in einem Zeitraum über einen Monat bestehen. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Der Anteil der Bevölkerung, die über Störungen in diesem Bereich klagen, liegt bei ca.  30 %. Eine typische Patientenkarriere dauert im Durchschnitt 14 Jahre bis eine adäquate Behandlung erfolgt. Spontanremissionen sind selten. Meist entwickelt sich aus den anfänglichen Schwierigkeiten eher eine schwere Insomnie.

Was ist der Schlaf eigentlich? Der Schlaf ist ein phasenhaft auftretender aktiver Erholungsvorgang des Stoffwechsels im Gehirn, der durch ein Schlafzentrum kontrolliert wird. Alle Aufgaben des Schlafes sind allerdings bis heute nicht entschlüsselt. Neben der Erholung sind bestimmte Schlafphasen wahrscheinlich auch noch für Lern- und Gedächtnisleistungen und das Immunsystem wichtig. Der normale Schlaf zeigt ein typisches Profil mit fünf ausgeprägten Schlafstadien, die in zyklischer Form auftreten. Der Leichtschlaf (Stadium 1-2) macht ca. 55-60 % der Schlafzeit aus. Die Stadien 3-4, die sogenannte Tiefschlafphase nur 15-25 %. Sie ist vor allem in der ersten Hälfte der Nacht zu finden. Die REM-Phase, Stadium 5, kommt auf ca. 20-25 % und findet sich vermehrt in der zweiten Hälfte der Nacht. Schlaf ist ein Prozeß und verläuft in einem Zyklus von ca. 90 Minuten. 4-6 Zyklen durchläuft der gesunde Schläfer pro Nacht. Außerdem wacht er auch mehrmals auf - bis zu 20 mal. Nur dringt dies bei den meisten gar nicht ins Bewußtsein. 

Je weniger wir nach unserem eigenen Rhythmus leben können, je mehr wir in der heutigen Zeit verschiedensten, vor allem auch mentalen Streßfaktoren ausgesetzt sind, umso größer ist die Gefahr, daß der natürliche Schlafautomatismus aus dem Takt kommt. Sollte hier nicht nach spätestens einem Monat wieder Normalität eingekehrt sein, dann holen Sie sich bitte professionelle Hilfe, damit Ihnen eine Patientenkarriere wie oben beschrieben erspart bleibt.