Schmerzen

Schmerzen können selbstverständlich körperliche Ursachen haben - sie machen aber auch einen großen Teil der psychosomatischen Beschwerden aus. Bei vielen Patienten läßt sich auch nach vielfälstigsten Untersuchungen keine physische Ursache für die empfundenen Schmerzen oder auch deren Ausmaß finden. Typischer Weise treten sie zwischen dem 30-40 Lebensjahr auf - bei Frauen häufiger als bei Männern. Betroffen sind dabei die verschiedensten Köperteile - Herz, Rücken, Kopf und Bauch um nur einige zu nennen.

Aber auch wenn Mediziner körperliche Ursachen ausschließen, gehen die Beschwerden in den seltensten Fällen weg. Schlimmer - dadurch, daß die wenigsten Patienten nun die eigentliche Ursache, die Psyche, behandeln lassen, bleiben die Schmerzen erhalten und neigen im Laufe der Zeit zur Chronifizierung. Die Fachleute sprechen dann von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Diese wird dadruch charakterisiert, daß sie mindestens sechs Monate andauert und an den meisten Tagen einen schweren, belastenden Schmerz verursacht, der nicht durch eine körperliche Störung erklärt werden kann und zum Hauptfokus des Patienten wird. 

 

 

Gerade aber bei Schmerzen wäre es sehr wichtig, sobald wie möglich mit der Ursachentherapie zu beginnen, weil sich ansonsten wirklich körperlich  nachweisbare Veränderungen im Bereich der Schmerzweiterleitung und auch des Schmerzempfindens ergeben - und das macht dann eine erfolgreiche Behandlung viel schwieriger.

Schon die Schmerzerkrankung ist unangenehm genug - oft ergeben sich daraus aber noch weitreichendere Folgen:

 

  • Schmerzen belasten die Seele: nicht selten sind also Depressionen im weiteren Verlauf zu befürchten
  • man bewegt sich nicht mehr ausreichend, geht nicht mehr an die frische Luft. So verschlechtert sich auch der Allgemeinzustand des Körpers
  • typisch ist auch ein sozialer Rückzug. Man hat entweder nicht mehr die Kraft sich am sozialen Leben zu beteiligen oder Freunden geht die andauernde Fokussierung auf das eigene Leid irgendwann auf die Nerven

 

Wichtig ist deshalb: Akzeptieren Sie, daß die Ärzte keine körperlichen Ursachen für Ihre Schmerzen finden. Natürlich sind diese aber real! Wagen Sie den Schritt in eine psychotherapeutische Behandlung.

Eine Psychotherapie kann Schmerzpatienten in verschiedener Weise unterstützen:

1. Sie kann helfen die psychischen Ursachen der Beschwerden zu ergründen und damit deren Heilung fördern.

2. Sie hilft Ihnen, die Fokussierung auf den Schmerz zu beenden und Strategien zu entwickeln, das Leben wieder aktiv anzupacken.

3. Sie kann Ihnen Methoden an die Hand geben, mit denen Sie selbst etwas gegen die Scherzen tun können.

Letztere Punkte gelten auch für Patienten, deren Schmerzen körperlich begründet sind.